
Nach »resonance therapy« und »shimmering lights« widmet sich die dritte Licht- und Soundinstallation in Maria Eich der Schwere – und dem Traum vom Schweben.
Der November gilt oft als Zeit, in der die »Schwere des Lebens« besonders spürbar wird. »Gravitas«, die neue Installation von Br. Carsten Meister OSA, nimmt diesen Gedanken auf – und stellt ihn zugleich in Frage. Der lateinische Titel bedeutet Gewicht, aber auch Ernst und Würde. Es geht um das, was uns »am Boden hält«: die Schwerkraft, die Last, die Müdigkeit. Ebenso geht es um den Traum vom Schweben und um jene innere Kraft, die entsteht, wenn uns Herausforderungen begegnen und wir an ihnen wachsen.
Die Installation beginnt dort, wo es schwer ist. Tiefe Klänge sind eher im Körper zu spüren als zu hören, der Raum scheint nach unten zu drücken. Von dort aus entfaltet sich ein Weg, der nichts beschönigt: Aufstehen, Fallen, wieder Aufstehen. Er führt nicht zum schnellen Triumph, sondern zum nächsten Atemzug – bis der Raum allmählich leichter wird. Wie die Steine auf dem Plakat: Materie, die eigentlich fallen müsste und doch in der Luft innehält.
Wie schon in den vergangenen Jahren bildet selbstkomponierte elektronische Musik das Herzstück. Sie ist inspiriert von der reichen musikalischen Tradition früherer Epochen und wird über ein Surroundsystem im Raum verteilt. Licht und Laser verwandeln die Kirche und machen sichtbar, was sonst nur zu spüren ist.
Gravitas will nichts erklären. Es lädt ein, Schwere zu spüren – und für einen Moment zu erfahren, wie es ist, wenn sie nachlässt.
Termine
Sonntag, 8. November, 18 Uhr: Eröffnung mit dem Konzert »Der Traum vom Schweben«
9. bis 16. November, täglich 17 bis 19 Uhr: Installation geöffnet
Wallfahrtskirche Maria Eich · Eintritt frei
»Gravitas« ist Teil der Herbstreihe zu Schwere und Leichtigkeit, gemeinsam mit dem Chorkonzert »Schrecklich Schönes Schaudern« am 31. Oktober und dem Konzert von Inswingtief am 21. November.