Maria Eich

Provinzkapitel der deutschen Augustiner

Vom Montag bis zum Freitag der Pfingstwoche, 10.–14. Juni 2019, feierte die deutsche Provinz des Augustinerordens den zweiten Teil ihres Provinzkapitels, das sogenannte Wahl- und Entscheidungskapitel I. Dazu versammelten sich etwa dreißig Brüder unserer Provinz im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg, darunter einige Mitbrüder aus unserem Konvent Maria Eich. Erstmals wurde das Provinzkapitel als Plenarkapitel gefeiert, d. h. dass nicht mehr Delegierte der Konvente, sondern alle Brüder der Provinz, soweit sie nicht um Dispens gebeten hatten, zum Kapitel geladen waren.

P. Generalassistent Franz (rechts) überreicht dem neuen Provinzial P. Lukas das Provinzsiegel.

Am Montagabend eröffnete der Präses des Kapitels, Generalassistent P. Franz Klein (Rom), das Kapitel und richtete Grüße und Wünsche des Generalpriors aus. Am Dienstagmorgen erfolgte in der Messfeier in der Kirche St. Klara die Übergabe des Provinzialates. Nach acht Jahren legte der bisherige Provinzial P. Alfons Tony mit dem Provinzsiegel sein Amt als Provinzial in die Hände von P. Franz zurück. Der auf dem Arbeitstreffen zu Ostern neugewählte Provinzial P. Lukas Schmidkunz legte daraufhin das Glaubensbekenntnis ab, wurde von P. Franz Klein in das Amt des Provinzials eingeführt und nahm als Zeichen seines Amtes das Provinzsiegel entgegen.

Die neue Provinzleitung der deutschen Augustinerprovinz (v. l. n. r.): P. Alfons Tony, P. Jeremias Kiesl, Br. Marcel Holzheimer (Definitoren), P. Lukas Schmidkunz (Provinzial), Br. Christian Rentsch (Definitor und Provinzsekretär), Br. Peter Reinl (Provinzökonom)

Am Dienstagnachmittag erfolgte die Wahl der weiteren Provinzämter. Zu Definitoren – Mitgliedern des Provinzleitung – wurden der bisherige Provinzial P. Alfons Tony (Würzburg), P. Jeremias Kiesl (Erfurt), Br. Christian Rentsch (Maria Eich) und Br. Marcel Holzheimer (Würzburg) gewählt und von P. Franz in ihr Amt eingeführt. Br. Christian wird zugleich als Provinzsekretär fungieren. Br. Peter Reinl (Würzburg) wird sich auch in den kommenden vier Jahren als Provinzökonom um die materiellen Belange der Provinz kümmern. Zugleich wird er für den Kontakt mit dem Vikariat Kongo – den Augustinern in der Demokratischen Republik Kongo – zuständig sein. Beim Generalkapitel, das im Sommer in Rom die Vertreter des Gesamtordens zusammenführen wird, wird P. Matthias Hecht als Generaldefinitor den Provinzial begleiten.

Am Mittwoch und Donnerstag standen die Sachentscheidungen an. Bereits beim Arbeitstreffen zu Ostern hatte der externe Missbrauchsbeauftragte der Provinz, Dipl.-Psych. Theo Kellerhaus, einen Zwischenbericht vorgelegt, der alle bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs seit 1945 ebenso dokumentierte wie die von der Provinz vorgenommenen Schritte der Aufarbeitung. Die Dokumentation zeigt, dass auch in unserer Provinz sexueller Missbrauch durch Mitglieder des Ordens stattgefunden hat. Die letzten bekanntgewordenen Fälle datieren dabei aus den 1980er Jahren. Das Kapitel bekräftigte nun: Als Gemeinschaft der Augustiner übernehmen wir anlässlich dieses Berichts noch einmal ausdrücklich die Verantwortung und bitten die Opfer und Geschädigten aufrichtig um Entschuldigung für erlittenes Leid.

Zudem beschloss das Kapitel, die in den vergangenen Jahren in Kraft gesetzten Leitlinien, Schutz- und Präventionsvereinbarungen zusammen mit einem Vorgehensplan zu einem umfassenden Schutzkonzept auszuarbeiten. Ebenso wird es neben dem externen Missbrauchsbeauftragten auch einen internen Präventionsbeauftragten geben.

Seit dem Jahr 2013 leben Mitbrüder unserer Provinz in Erfurt, um dort Tätigkeitsfelder und die Möglichkeit für eine dauerhafte Präsenz zu sondieren. In den letzten Jahren hat sich eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde der evangelischen Reglerkirche herausgebildet. Das Kapitel beschloss, die Präsenz unseres Ordens in Erfurt fortzuführen, und empfahl der Provinzleitung, nun einen kanonischen Konvent, d. h. eine offizielle Niederlassung, zu errichten.

Ebenso empfahl das Provinzkapitel, auch unsere Klöster in Berlin und Fährbrück zu erhalten. Die Provinzleitung wird prüfen, ob die Gemeinschaft in Berlin personell verstärkt werden kann.

Das ordentliche Provinzkapitel wird alle vier Jahre gefeiert und stellt, einer „Generalversammlung“ vergleichbar, das höchste Organ unserer Ordensprovinz dar. Bereits in der Osterwoche fand der erste Teil des Kapitels, das sogenannte Arbeitstreffen, statt. Dort wurde über die Lage und die Entwicklung der Provinz, ihrer Einrichtungen und der einzelnen Klöster ebenso beraten wie über die an das Kapitel gerichteten Anträge. Auf diese Weise wurde der nun gefeierte zweite Teil des Kapitels vorbereitet. In einem dritten Teil, der vom 18. bis 20. Juli in Oberzell bei Würzburg stattfinden wird und an dem nur die Mitglieder des Definitoriums teilnehmen, wird über die Besetzung der Konvente und die jeweiligen Prioren und Prokuratoren entschieden.

(Veröffentlicht am 12. April 2019, zuletzt bearbeitet am 19. Juni 2019)

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