Maria Eich

„Käfer und Käuze“ – ein Vortrag zum Klosterwald

Michael Wagner

Etwa 40 Personen zeigten trotz über 30 °C Außentemperatur reges Interesse am erfrischenden und abwechslungsreich gestalteten Vortrag „Käfer und Käuze. Vom Schutz der Schöpfung im Klosterwald Maria Eich“ von Michael Wagner. Der Referent ist als Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde für den Arten- und Biotopschutz im Landkreis München verantwortlich. Zusammen mit den Partnern der Projektallianz betreut er das Projekt „Eremiten im Klosterwald Maria Eich“, das 2016 mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis (2. Platz) ausgezeichnet und jüngst auch ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt wurde.

Michael Wagner bot einen Einblick in die Vielfalt der Flora um Fauna rund um den marianischen Wallfahrtsort und in die Aufgaben der Projektallianz. Der Referent begann mit einem biblisch-theologischen Hinweis auf den Schutz der Schöpfung. Gerade Papst Franziskus verweist in seiner zweiten Enzyklika Laudato si’ auf die Notwendigkeit einer „Sorge um das gemeinsame Haus“. Wagner verdeutlichte die Bedrohung des Ökosystems, das Artensterben und die damit einhergehende Verantwortung für Klimaschutz. Dabei wurden die Herausforderungen eines (überlebens-)wichtigen Themas klar benannt und gleichzeitig humorvoll umrahmt.

Ein Methusalembaum im Klosterwald

Hauptthema war die Fauna des Klosterwaldes unter dem Blickwinkel der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 bis 2020. Biodiversität meint die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der Erbanlagen. Ausgehend von der internationalen Problemlage, zog Wagner die Kreise immer kleiner und betrachtete das Artensterben auf europäischer, bundesweiter und zuletzt bayerischer Ebene, so dass die Verantwortung eines jeden Einzelnen deutlich wurde. Innerhalb Bayerns bedrohten vor allem die intensive Flächennutzung, die Zerstörung der Lebensräume, die Änderung des Wasserhaushalts in Flussauen und Gewässern, der Eintrag von Schadstoffen, die globale Übernutzung der Ressourcen, klimatische Veränderungen sowie eingebrachte Arten die Biodiversität. Vielfalt stellt Wagner als etwas für den Menschen und alle Lebewesen überlebenswichtige Tatsache dar. Die Natur ist Nahrungsquelle, Rohstofflieferant, Vorbild und Apotheke, wie Wagner anhand von Beispielen anschaulich illustrierte. Die Natur sei auch ein Erholungsraum des Menschen, in dem wir Kraft schöpfen und uns vom Stress des Alltags erholen können. Die Natur gelte es vor allem auch um ihrer selbst willen zu schützen. Wagner leistete einen politischen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für den Naturschutz.

Durchaus vergleichbar mit der Lebensbiographie eines Menschen stellte Wagner die Bäume als Persönlichkeiten vor, die wie wir Menschen manchmal knorrig und krumm seien, die zeigen, dass das Leben ihnen mitgespielt hat, dass sie verletzlich sind. In einem weiteren Teil des Vortrags stellte Herr Wagner die Bewohner des Klosterwaldes vor: die mindestens 21 Vogelarten als Gaukler des Himmels, die mindestens neun Fledermausarten als Geschöpfe der Nacht sowie die Stars des Klosterwaldes: die mindestens 440 Käferarten, darunter der äußerst seltene, nach Pfirsich duftende Juchtenkäfer, auch Eremit genannt, der beispielsweise auch zum Baustopp bei Stuttgart 21 führte, und die seltenste Hirschkäferart Deutschlands. Mit Herrn Wagner konnte die Hörerschaft in die geheimnisvolle Welt der lichten Baumkronen, knorrigen Ästen und mächtigen hohlen Baumstämme eintauchen und die dort verborgene Vielfalt des Lebens entdecken.

Beisammensein im Klosterhof

Nach einer Darstellung der bisherigen Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt wie zum Beispiel die Anlage der Blumenwiese, die Entwicklung des Zonenkonzepts, das Wegekonzept und der Erhalt von Altbäumen endete der Vortrag mit Fragen der Hörerschaft. P. Matthäus bedankte sich abschließend bei Herrn Wagner und resümierte, dass es deutlich werde, dass Vielfalt auch in kleinen Details wichtig und bedeutsam sei. Wagners „Meditation“ über die Bäume habe ihn besonders angesprochen: Baumpersönlichkeiten, die mit dem menschlichen Leben vergleichbar seien, wie wir uns entwickeln und vor allem wie wertvoll wir auch sind. Der Abend klang bei milderen Temperaturen und kühlen Getränken im Klosterhof in gemütlicher Runde aus.

(Von Br. Damian Link, veröffentlicht am 26. Juli 2019)

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